Cellulite, eine “never-ending” Story

«Warum haben Männer keine Cellulite? Weil’s scheisse aussieht!»

So politisch unkorrekt dieser Altherrenwitz ist: Ich finde ihn – gerade deshalb – wahnsinnig lustig. Weil die Pointe unerwartet und entwaffnend ehrlich ist. Denn wir wissen inzwischen wohl alle, was der wahre Grund ist, weshalb fast nur Frauen (und zwar früher oder später alle) davon geplagt sind. Das steht jeden Frühling in jeder Frauenzeitschrift, auch im Zeitalter von «Body Positivity»: Die Gene sind schuld, Frauen haben eine netzartige Bindegewebsstruktur, durch die sich das Fett durchdrückt und zu den verhassten Einbuchtungen führt. Besonders gemein: Mit dem Alter kommen die Schwerkraft und eine zunehmende Erschlaffung des Gewebes dazu, was die Sache noch komplizierter macht.

Schönreden kann man die Dellen beim besten Willen nicht. Mir hilft es nicht zu wissen, dass sie absolut natürlich sind, und ich bin mit diesem Frust nicht allein: Der Markt mit Anti Cellulite-Mittelchen floriert wie eh und je. Wir wollen einfach glauben, dass das nächste revolutionäre Produkt jetzt wirklich nützt. Ich war während meiner Zeit in der Kosmetikindustrie an einigen Präsentationen neuer Cremes dabei: Es ist unglaublich, an welch haarsträubenden, pseudo-wissenschaftlichen Mist selbst intelligente, selbstbewusste Frauen bereit sind zu glauben, wenn es um Cellulite geht. «Lässt Fettzellen schrumpfen!»; «Löst Verklebungen im Gewebe!»; «Entschlackt die Zellen mit Algenextrakten!»; «Nach 3 Wochen 75% weniger tiefe Dellen!» (75% von was?) und so weiter. Und das alles mit einer Creme? Man weiss ja nie!

Klar, wenn die «Problemzonen» täglich konsequent durchgeknetet werden, bringt das sicher etwas in punkto besserer Durchblutung. Aber dazu reicht auch ein beliebiges, preiswertes Massageöl. Und nachhaltige Ergebnisse können daraus nicht resultieren. Denn Fettgewebe bindet Wasser, welches durch Massagen oder Kompressionsbehandlungen wie Wickel oder Unterdruckkabinen aus dem Gewebe geschwemmt werden kann. Das bringt vorübergehend eine optische Verbesserung. Sobald man damit aufhört, ist alles wieder beim Alten.

Diesen Effekt machen sich die omnipräsenten «Schlankheitsinstitute» zunutze, die intensiv Werbung betreiben und zu horrenden Preisen Anti-Cellulite Packages mit Massagen, Endermologie LPG©, diversen «Entschlackungs»-Wickeln, Infrarot- oder Unterdruckbehandlungen, Lymphdrainagen etc. anbieten. Ich habe das praktisch alles irgendwann mal ausprobiert (bin nicht stolz drauf…), und fast alles hat im Moment tatsächlich eine deutlich sichtbare Besserung gebracht. Aber kaum hört man damit auf, sieht alles innert kurzer Zeit wieder aus wie vorher. Wer sehr viel Geld und Zeit aufwenden kann und will, kann dabei bleiben. Mir wurde das zu teuer und ich habe entschieden, damit aufzuhören. Und weiter zu recherchieren und zu hoffen.

Es gibt neuere Methoden wie Injektionen mit Dermafillern oder minimalinvasive operative Eingriffe wie Cellfina© oder Attiva RF©, die bei bestimmten Typen von Cellulite eine erhebliche Verbesserung des Hautbildes bewirken sollen. Besonders bei altersbedingt schlaffem Bindegewebe – zum Beispiel oberhalb der Knie – ist eine Kombinationstherapie aus Radiesse und Ultherapy Erfolg versprechend, weil sie die Bildung neuer Kollagenfasern anregt, was zu einer sichtbaren Straffung der Haut führt.

Vor jeder Behandlung muss zuerst definiert werden, um welchen Typ und Schweregrad von Cellulite es sich handelt. So kann eine massgeschneiderte Therapie festgelegt werden. Die Anti-Cellulite Spezialistin Dr. Mandana Péclard bietet in ihrer Praxis am Paradeplatz in Zürich diese und weitere Treatments – teilweise exklusiv in der Schweiz – an. Solche Eingriffe gehören IMMER in die Hände einer erfahrenen Ärztin, also Vorsicht bei Angeboten von Kosmetikinstituten aus dem Internet.

Was also ganz sicher im fortgeschrittenen Alter (also mit zunehmender Erschlaffung des Gewebes) nichts mehr nützt, sind Anti-Cellulite-Crèmes. Dieses Geld investiere ich lieber gleich in garantiert länger wirksame, dafür etwas teurere ärztliche Behandlungen. Noch bin ich nicht durch mit Testen… Update folgt!

Abschliessend ein Zitat von Dr. Péclard zum Thema Cellulite: «Man muss einfach immer dranbleiben. Es gibt keine 100% dauerhafte Lösung. Oder wie eine liebe Kollegin von mir kürzlich trocken meinte: Akzeptiers!» Sie ist eine weise Frau.

In Zürich geboren und aufgewachsen, habe ich zunächst Japanologie studiert, und als mir das Japanisch Lernen nicht schnell genug ging, wanderte ich Ende der 80er Jahre nach Tokio aus, wo ich schliesslich heiratete, 2 Kinder bekam und 10 Jahre lebte. 1997 kehrte ich mit den Kindern in die Schweiz zurück und lebe seit 2003 mit meinem jetzigen Mann und dem gemeinsamen Sohn wieder in der Stadt Zürich. Aus Interesse für das Reisen absolvierte ich eine Zusatzausbildung in Tourismusmarketing, war Kommunikationschefin eines japanischen Kosmetikunternehmens und arbeitete in verschiedenen PR-Agenturen, wo ich hauptsächlich Beauty-, Lifestyle- und Modemandate betreute. Heute organisiere ich Ärztekongresse, habe mir aber die Begeisterung für Beautythemen, Japan, Reisen und das Schreiben bewahrt. Zudem esse, trinke, koche und mixe ich mit Leidenschaft, Exotisches ebenso wie Bodenständiges. Ich liebe die Popkultur, und das ist mir kein bisschen peinlich.

Kathrin says:

Liebe Rebekka! Vielen Dank ❤️! Ja… Humor hilft 😂! Und Vitamin C auch…
Das mit dem Kaffeesatz ist mir schon zu mühsam… aber Koffein entwässert vorübergehend, und ein Peeling ist nie schlecht, also why not?
Ich teste im Moment Maderotherapie: ist zwar „nur“ eine Massage, also total analog sozusagen, aber sehr intensiv! Wirkt auch nur im Moment, aber man fühlt sich danach superleicht, wegen dem Lymphdrainage Effekt…
Bericht folgt! 🍊➡️🍑
Liebe Grüsse

Rebekka says:

liebe Kathrin
herrlicher fieser Witz, der Cellulite Witz – und so alterslos!!!!
Ich bin gespannt auf Deine Rechercheergebnisse in Sachen Jellyfishproblems….
Von einer Brasilianerin habe ich den Tipp, sich unter der Dusche mit dem Kaffeesatz aus der Espressomaschine die Problemzonen zu massieren…….der Espressokonsum steigt da möglicherweise markant an:)) – was meinst Du dazu?!
herzliche Grüsse – ich esse jetzt mal eine Orange.
Rebekka

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