Italia, ti amo

Mein perfekter Ferientag in meiner Adoleszenz? Ausschlafen, an den Strand gehen, Siesta machen, während den heissesten Stunden des Tages ein Panino im Schatten geniessen, Meerwasser, Sand und die Sonnencrème vom Körper spülen, Spaghetti vongole in einem Strandrestaurant essen (und vielleicht einen Schluck Vino von Mamma bekommen), mit einem Gelato in der Hand dem Lungomare entlang flanieren, in die Disco gehen und mit einem Italiener mit rehbraunen Augen flirten. Ich denke mit einer Mischung aus Freude und Wehmut an diese schöne Zeit zurück.

Es wird nie mehr so sein wie damals.

Heute blättere ich durch das tolle Buch «Italian Holidays», das Fotos aus den Achtzigern von den Ragazze e Ragazzi an der italienischen Riviera zeigt, schwelge in Erinnerungen und schreibe diesen Text. Den passenden Soundtrack liefert eine alte Folge «Top of the Pops», die ich nebenbei schaue. Sie zeigt den Auftritt eines One Hit Wonders, das ich längst vergessen hatte. Und da ist sie, die Erinnerung an Follonica 1990. An die letzten gemeinsamen Sommerferien mit der ganzen Famiglia, als ich meine Unschuld an einen ungelenken Italiener verlor. Alberto besuchte mich in Zürich, ich besuchte ihn in der Nähe von Florenz. Die Liebe zu ihm hielt kein halbes Jahr, die Liebe zu Italien ein Leben lang.

Buchtipp I: «Italian Holidays» von Claude Nori. Un estate italiana at its best.

Buchtipp II: «Ein letzter Sommer» von Steve Tesich. Das perfekte Buch für Erinnerungen an die erste grosse Ferienliebe. Meine Sommerlektüre am toskanischen Strand 2021.

Filmtipp I: «Call me by your Name» von Luca Guadagnino. 80s. Lombardia. Prima amore. Chalamet.

Filmtipp II: «Il bisbetico domato/Der gezähmte Widerspenstige» von Castellano & Pipolo. 80s. Roma. Celentano. Muti.

Streamingtipp: «Summertime» auf Netflix. Für den Teenager in mir.

Top of the Pops: Twenty 4 Seven feat. Captain Hollywood «I Can’t Stand It». Lieblingsmusiksendung auf BBC (nur die Retrofolgen aus den 80s und 90s). Und Sommerhit 1990.

Canzone I: «L’ultima Luna» von Lucio Dalla. Einfach weil’s schön ist I.

Canzone II: «Maledetta primavera» von Loretta Goggi. Einfach weil’s schön ist II.